Die Baugenossenschaft Schönau wächst Schritt für Schritt, bleibt dabei aber ihrem Standort rund um den Schönauring treu. Das Mehrfamilienhaus auf der ehemaligen Bus-Wendeschleife markiert die neue Mitte der genossenschaftlichen Bauten ringsum mit der Stammsiedlung im Osten, dem Hochhaus im Süden und der noch jungen Stähelimatt im Westen. Zentral ist die Lage des Neubaus freilich nur auf den beiden Strassenseiten der Parzelle, denn auf den Rückseiten drängen sich Einfamilienhäuser dicht an dicht. Um das grosse Volumen des Neubaus in diese engräumige Umgebung verträglich einzubetten, schlagen wir eine geschmeidige Form vor, welche gleichsam unter dem Eindruck der aus dem Kontext einwirkenden Kräfte elastisch vordringt und zurückweicht. Die tatsächliche Grösse des Neubaus ist deshalb nur schwer fassbar, da die einzelnen Fassadenfronten den Massstab der Einfamilienhäuser wahren. Frontale Gegenüber zwischen bestehenden und neuen Gebäuden werden vermieden, und es kommt zu einer eigentlichen Verzahnung mit dem Siedlungsraum ringsum.

Aber auch im Innern zeigt die ‚elastische’ Form Wirkung. In den vorstehenden Gebäudeecken liegen die Wohn-Essbereiche, deren Ausblicke nach drei Seiten einen Raumeindruck wie im freistehenden Einfamilienhaus vermitteln. Diese für ihr Marktsegment ungewöhnlich grossen Wohnzimmer räumen den Bewohnern ungeahnte Freiheiten in der Möblierung und Nutzung ein.

Philipp Esch, Stephan Sintzel
Mitarbeit: Claudia Mühlebach

 

Programm: 7 Wohnungen (3.5 Zi und 4.5 Zi Wohnungen), Genossenschaftsbüro

Bauherrschaft: Baugenossenschaft Schönau
Wettbewerb auf Einladung 2. Rang