Im Gebiet des ‚Stadtraums HB’ wird das Zentrum von Zürich grossstädtisch. Dichte, Höhe und Massstab bewirken ein grossstädtisches Gepräge – und dies ist auch der Anspruch an die Bauten, die hier entstehen. In diesem städtebaulichen ‚Upgrading’ wird der Gullplatz zum eigentlichen Kulminationspunkt. Hier sind die Häuser am höchsten, hier laufen die Sicht- und Verbindungsachsen zusammen. Wir schlagen vor, die räumliche und soziale Intensität dieses Ortes dem Gleisraum entlang zu erweitern. Das bestehende Stellwerk fasst gemeinsam mit einem zweiten Hochhaus einen weiteren Platz, den ‚Max-Vogt-Platz’, und wird auf diese Weise zum konstituierenden Baustein der neuen Skyline, statt ins Abseits zu geraten.
Die Magnetwirkung des zentralen Gull-Platzes scheint die ‚Zusammenkunft hoher Häuser’ gleich Eisenspänen auf sich auszurichten. Diese Kraft strahlt auf den Umraum des Platzes ab. Deshalb entsteht durch die Rücknahme des Baublocks vor dem Stellwerk eine Adresse, die ähnlich repräsentativ ist wie der aufgeweitete Strassenraum an der Einmündung der Europa-Allee in die Lagerstrasse. Verschieden ist dagegen der Grad der Öffentlichkeit auf beiden Seiten: hier eine elegante Laden-Arkade, dort informellere Vorbereiche, beansprucht von den angrenzenden Cafés, Läden und der Vorfahrt zur Alters-Residenz. Im höher gelegenen, begrünten Hofraum findet dieser öffentliche Raum seine privatere Fortsetzung.
Die strassenbegleitenden Gebäudefronten bleiben bewusst niedrig. Die Übernahme der Traufhöhen des Stadtkreises IV und des Baufelds E verwebt das neue Ensemble mit dem bestehenden Quartier, sie betont darüber hinaus die Höhenentwicklung der beiden Türme, die aus dem Block aufsteigen. Gemeinsam bilden Block und Türme eine dynamisch wirkende Figur, deren Plastizität die Einwirkung der raumbildenden Kräfte rundum abzubilden scheint.
Zu dieser Dynamik bilden die statisch gehaltene Fassadendurchbildung und poröse, langlebige Materialität ein bewusst gesetztes Gegengewicht.

Philipp Esch, Stephan Sintzel
Mitarbeit: Claudia Mühlebach, Sandra Gautschi

 

Programm: Altersresidenz, Eigentumswohnungen, Dienstleistungsflächen und Gastronomie

Bauherrschaft: SBB, Immobilien – Development Zürich City
Immobilienstrategie: Zeugin Gölker Immobilienstrategien GmbH
Bauökonomie: GMS Partner AG, Zürich – Flughafen
Bauingenieur: Aerni + Aerni, Zürich
Bauphysik: Bakus, Zürich
Elektroplanung: Gode AG,Zürich
HLKK-Planung: Meierhans & Partner AG
Sanitärplanung: Ingenieurbüro Boesch AG
Wettbewerb auf Einladung: 2008, 4.Preis