Mit der Neuüberbauung des Werkhofareals entstehen 93 Wohnungen und Dienstleistungsflächen an zentraler Lage in Bern. Dank innovativer Grundrisse werden die Lärm-Immissionen der stark befahrenen Schwarztorstrasse an der Südseite des Areals abgeschirmt, ohne dass die Wohnungen sich von der Sonnenseite abwendeten. Die Wohneinheiten strecken sich wie Pflanzenkeime Richtung Mittagslicht; oder sie sind als Parkwohnungen zur Morgen- und Abendsonne orientiert. Jede Wohnung hat mindestens zwei, mehrheitlich sogar drei Ausrichtungen. Damit möglichst viele Einheiten am ruhigen, grünen Parkraum teilhaben können, wirft die Hoffassade gleichsam Falten, während die Fassade zur Strasse hin straff gespannt ist. In jeder der insgesamt fünf Falten haben vier Wohnungen je Stockwerk Platz, die von einem zentralen Treppenhaus effizient erschlossen werden. Erst diese gebündelte Erschliessung gewährleistet weite Abstände im Faltenwurf, vermittelt das Gefühl, am Park zu wohnen. So weit sind die Abstände zwischen den Wohnungen, die einander gegenüberliegen, dass die Baumzüge, die Platz- und Wegfolgen im Hofraum bis tief in die Zwischenräume reichen und einen anregenden Mittelgrund für den Blick aus dem Fenster abgeben.
Sonne, Ruhe, Abstand: Diese Kernanliegen bestimmen die Disposition und das besondere Gefüge der Wohneinheiten im Wechsel von Duplex- und Etagentypen. Die Wohnungen winden sich um das Treppenhaus und durchmessen die Tiefe des Baukörpers.
Das Kurszentrum liegt an der öffentlichsten Adresse des Areals, der stadtzugewandten Ecke gleich gegenüber der Bushaltestelle. Ein kleiner Vorplatz bezeichnet den Zugang zum Schulungsbereich.
Philipp Esch, Stephan Sintzel
Mitarbeit: Irene Schibli, Claudia Mühlebach, Sandra Gautschi
Programm: 93 Wohnungen (2.5 - 5.5 Zimmer)
Bauherrschaft: Emil Merz AG, Bern
Bauphysik: Bakus, Zürich
Wettbewerb: 2008, 1.Preis
Realisierung: 2008 - 2012