In Affoltern wächst Zürich am schnellsten. Dieses quantitative Wachstum verläuft deutlich schneller als das qualitative - jenes aber wird letztlich darüber entscheiden, ob der neue Ort zu eigener, positiver Identität findet und man sich dort heimisch fühlt. Darum ist es für die Wohnungen an einem solchen Ort besonders wichtig, dass sie ‚Persönlichkeit' haben; dass ihre Individualität das Unspezifische des Quartiers wettmacht. Die Besonderheit der hier vorschlagenen Wohnungen besteht im überhöhten Ess- und Loggiabereich, welcher den kompakten Wohnungen zur Grosszügigkeit und Atmosphäre einer ‚Orangerie' verhilft: ein heller und luftiger Raum, im Sommer weit geöffnet und jahraus, jahrein vor Wind und Einblick gut geschützt. Jede Orangerie öffnet sich zur ruhigen Hofseite hin und sorgt dafür, dass diese lebendigste Seite des neuen Gebäudes dem gemeinschaftlichen Leben im Hof zugewandt ist.
Aber die ‚Orangerien' leisten noch mehr, denn die eingestülpten Loggien vergrössern die Abwicklung der Ruheseite und ermöglichen so eine natürliche Lüftung selbst derjenigen Räume, welche auf die Lärmseite ausgerichtet sind. Die allgemeine Bewegung in der Lärmschutz-Thematik und ihre wiederholte, kontroverse Diskussion im laufenden Wettbewerb legen nahe, die Räume aller Wohnungen zur Ruheseite hin zu lüften. Davon ausgenommen sind lediglich die langgestreckten Zweizimmerwohnungen am Südkopf, welche am weitesten von der Lärmquelle weg liegen.

Philipp Esch, Stephan Sintzel
Mitarbeit: Pia Lanter

 

Programm: 64 Wohnungen
Bauherrschaft: Baugenossenschaft Zentralstrasse
Bauingenieur, Haustechnik: Ernst Basler Partner, Zürich
Wettbewerb auf Einladung: 2007 - 3. Preis