Der langgestreckte Baukörper fasst den Strassenraum der Albisstrasse und schützt den rückwärtigen Hof. Die ‚öffentliche‘ Strassenseite ist mit drei Risaliten zurückhaltend gegliedert, während die ‚private‘, informelle Hofseite plastisch ungleich stärker moduliert ist. Sie wirft sozusagen Falten, um möglichst viele Räume an Hofleben, Ruhe und Nachmittagssonne teilhaben zu lassen.

 

An bürgerlichen Altbauwohnungen der Jahrhundertwende werden auch heute noch die klar geschnittenen Räume geschätzt, in denen sich die verschiedenen Sphären des Wohnalltags gut ausbreiten und gut voneinander abgrenzen lassen. Diese Qualitäten fehlen vielen Wohnungen, die seither unter dem Einfluss der Moderne entstanden sind. Diese überzeugen andererseits durch die Grosszügigkeit der fliessenden Raumfolgen. Mit dem vorliegenden Wohnungstyp wird versucht, die Qualitäten beider zu vereinen, indem die gemeinschaftlichen Räume der Wohnung - Essen, Wohnen, Küche, ‚Tageszimmer‘, Loggia - über die Diagonale miteinander verbunden werden. Es entstehen Durchblicke von grosszügiger Tiefe, ohne dass die einzelnen Räume ihre verbindliche Fassung und ihren spezifischen Charakter an einen durchgehenden ‚All-Raum‘ verlieren würden.

Philipp Esch, Stephan Sintzel
Mitarbeit: Patrick Schori, Nicola Wild, Gonçalo Frias

 

Programm: 30 Wohnungen (2.5 - 5.5 Zimmer)
Bauherrschaft: Baugenossenschaft Röntgenhof GBRZ
Landschaftsarchitektur: André Schmid Landschaftsarchitekten BSLA

Wettbewerb auf Einladung - Jurierung abgebrochen