Wie flexibel ein Wohnungsgrundriss ist, ermisst sich weniger an der Versetzbarkeit der (kaum je versetzten) Wände als daran, wie vielfältig sich innerhalb der festen Wände leben lässt. Wir halten dafür die folgenden Kriterien für grundlegend:
- Grosszügigkeit der Gemeinschaftsräume in der Wohnung: Grosse, helle Räume mit vielfältigen, tiefen Innenraumbezügen und intensiver Verbindung zum Aussenraum. Verbindung von Diele und Essküche zum „Allraum" nach skandinavischem Vorbild, gross, hell und mit eigenem Balkon.
- Nuancierung der Individualräume in der Wohnung: Die Privatheit der Individualräume ist möglichst unterschiedlich und reicht vom gänzlich abgeschirmten Zimmer mit Zugang gleich vom Wohnungseingang und eigenem Bad (Heimbüro, Aupair-Dauer-Gästezimmer) bis hin zur Wohnraumerweiterung, die dank Schiebetür zum eigenen Zimmer abgetrennt werden kann (Arbeitsnische, Kinderspielecke).
- Spielraum zwischen Gemeinschafts- und Individualbereich durch bewusst eingeführte „Unschärfebereiche": Wenige „zusätzliche" Türen erweitern die Lesarten jedes Zimmers, seine Zuordnung zum gemeinschaftlichen oder privaten, zum Tages- oder Nachtbereich.

Esch Architekten in Arbeitsgemeinschaft mit GMS Partner AG, Zürich

Mitarbeit: Andrea Ringli, Pia Lanter, Regula Zwicky (Wettbewerb), Manuel Joss, Stefanie Frömmcke Claudia Mühlebach, Britta Küest, Regula Arpagaus

 

Programm: 76 Familienwohnungen (3.5 - 5.5 Zimmer)
Bauherrschaft: Genossenschaften Linth-Escher und Schönau, Zürich

Kunst am Bau: Jürg Stäuble, Basel
Landschaftsarchitektur: Hager Landschaftsarchitekten AG, Zürich
Ingenieur: Ernst Basler Partner, Zürich
Kosten: 28,6 Mio Franken
Wettbewerb: 2003, 1.Preis
Planung: 2004-05
Ausführung: 2005-07